Die Berge Kretas

Kreta ist eine der bergigsten Inseln Europas mit hohen Gebirgszügen aus Kalkstein, die die Insel von West nach Ost durchziehen. Die geologischen Umwälzungen, durch die die Becken und Hochebenen entstanden, führten auch zu einer großen Anzahl beeindruckender Höhlen, von denen viele in der Antike für religiöse Zwecke genutzt wurden.

Die kretischen Berge sind Teil der sogenannten „Dinariden-Taurus-Kette“, die in den Dinarischen Alpen beginnt und die Berge Albaniens, des Pindus und des Peloponnes sowie die von Kythira-Antikythira, Kreta, Karpathos und Rhodos umfasst und am Taurus-Gebirge in Kleinasien endet.

Die Gebirgsregionen 

Neben den drei großen Gebirgskomplexen gibt es auf Kreta Halbgebirgszonen sowie eine Reihe kleinerer Berge. Das größte Gebirge, die „Lefka Ori“ oder die Weißen Berge mit den Pachnes (2453m), befindet sich im Westen. In der Mitte der Insel liegt das Ida-Gebirge, eine einzelne längliche Bergmasse, deren höchster Gipfel Timios Stavros (2456m) auch der höchste Punkt Kretas ist. Im Osten gibt es das Dikti-Gebirge (bis zu 2148m hoch). Weitere Gebiete sind die Asterousia Berge im Süden, die Tripti Berge im Osten und das Kedros-Massiv in der Mitte Kretas.

Alle diese Berge laden zu mehr oder weniger herausfordernden Wanderungen ein: zu Tagesausflügen, mehrtägigen Touren oder zu einem langen Trekking zum Beispiel auf dem Fernwanderweg E4. Wenn Sie gerne Bergwanderungen machen, finden Sie in dem Buch „Hochgebirge von Kreta“ von Loraine Wilson einen guten Reiseführer. An dieser Stelle stellen wir Ihnen die Gebirgszüge und einige grob skizzierte Touren vor.

Die Weissen Berge

Die „Lefka Ori“ dominieren die Landschaft Westkretas mit über 30 Gipfeln, die höher als 2000m sind. Ihren Namen verdanken Sie nicht nur der Tatsache, das sie bis zum späten Frühjahr mit Schnee bedeckt sind, denn im Sommer sehen die von der Sonne angestrahlten Kalksteingipfel ebenfalls weiß aus. Bekannt sind die vielen Schluchten in dieser Bergkette mit der berühmten Samaria-Schlucht sowie die markanten Hochebenen.

Genannt sei hier nur das Plateau von Omalos, eine runde Ebene auf einer Höhe von 1100m, von hohen Bergen umgeben.Es gibt wenige Straßen, die in direkt die Berge führen, danach geht es nur zu Fuß weiter!

Der Kastro (2219 m) im östlichen Teil die Weissen Berge

Zur Orientierung dabei dienen zwei detaillierte Wanderkarten, die unerlässlich sind, wenn Sie dort hinaufgehen. Es ist eine raue Gegend mit wenig Wasser und wenigen Menschen, daher ist Erfahrung mit Bergwandern vorausgesetzt!

 

PACHNES (2453 m)

Die Pachnes, nur um 3m vom Psiloritis „überragt“, lässt sich am besten mit einem Jeep oder einer Transportmöglichkeit von Anopolis aus erreichen. Bis zum Ende des Feldwegs ist es eine sehr spektakuläre Fahrt, die Sie durch die 'Madares' führt, eine Mondlandschaft mit vielen Schlaglöchern! Von hier aus beginnt ein Wanderweg (gut markiert mit E4-Schildern), der Sie zunächst nach „Rousies" auf 1900 m führt. Folgen Sie dann den E4-Schildern weiter bis zum Gipfel.

Zur Spitze von Timios Stavros (Psiloritis; 2456 m)

Das Ida Massiv

Das Ida-Gebirge mit dem Gipfel Timios Stavros befindet sich in der Präfektur Rethymnon. An seinen Hängen finden Sie die Höhle Idaion Andron, in der einer der Legenden nach Zeus geboren wurde. Sehr bekannt sind auch die Nida-Hochebene und der Wald von Rouva auf der Ostseite des Massivs. Das Observatorium der Universität von Kreta befindet sich auf dem kleineren Gipfel des Skinakas auf 1750 m. Sehr lohnenswert ist auch der Besuch des Amari-Tals, zwischen dem Psiloritis und dem Kedros-Massiv gelegen.

Um den Gipfel des Timios Stavros zu erreichen, gibt es drei Möglichkeiten. Die klassische Route führt von der Ostseite der Nida-Hochebene auf dem E4-Fernwanderweg; eine lange Wanderung von ca. 9 Stunden und mit 1300m Höhenunterschied, aber technisch nicht schwierig. 

Von der Nordseite her ist die Berghütte „Migero“ der Ausgangspunkt für den kürzesten Weg. Sie starten auf fast 1600m und gehen einen steilen, aber gut zu erkennenden Weg zum Gipfel. Eine lange und harte Route (mindestens 10 Stunden!) führt von der Südseite des Dorfes Fourfouras ausgehend an der Berghütte Toubotos Prinos vorbei.

Das Dikti Gebirge

Das Dikti-Gebirge liegt In der Präfektur Lassithi. Seine höchsten Gipfel sind der Spathi (2148m), der Afentis Christos (2141m) und der Lazaros (2085m). Die Berge überragen die auf 850m Höhe gelegenen Hochebene von Lassithi. Die größte Hochebene Kretas, in der Vergangenheit für seine vielen Windmühlen berühmt, ist ein schöner Ort für verschiedene Ausflüge und Wanderungen! Außerdem liegt hier die Höhle „Diktaion Antron“, in einer anderen Version der griechischen Mythologie ebenfalls als Geburtsort von Zeus benannt. Andere kleinere Hochebenen im Dikti Gebirge sind Katharo, Limnakaro, Lapathos, Omalos und Nisimos.

Im Bereich von Lassithi gibt es auch mehrere Schluchten: die größeren Havgas in Katharo und Kalamafka sowie weitere kleinere wie Sarakina, Adrianos, Ambelos, Roza und Kritsa.

Dikti-Gebirge und vor dem Lassithi-Hochebene

Um auf den Gipfel des Spathi zu gelangen, können Sie vom Dorf Agios Georgios aus dem Pfad (E4) folgen, der zum kleinen Plateau von Limnakaro führt. Von hier aus folgen Sie der E4-Beschilderung in die Berge. Am Selie-Pass verlassen Sie den E4 und steigen zum Gipfel des Spathi auf. Es ist eine harte Wanderung mit ziemlich vielen losen Steinen. Von Agios Georgios und zurück dauert die Tour ca. 9-10 Stunden. Ab Limnakaro verkürzt sie sich um ca. 2,5 Stunden! Es gibt auch eine Schutzhütte (in Strovili) über dem Limnakaro-Plateau, von dem aus Wanderer zum Spathi aufsteigen!

Die typische konische Form des Berges Kofinas

Die Asterousia Berge

Das Asterousia-Berge in der Präfektur Heraklion sind der südlichste Gebirgszug Kretas und somit von ganz Griechenland. Er verläuft parallel zur Südküste von Maridaki (östlich von Pyrgos) und Charakas nach Matala im Westen und bildet eine natürliche Grenze zwischen dem Libyschen Meer und der Mesara-Ebene. Benannt ist er nach dem König Asterion, der die Prinzessin Europa auf Befehl ihres Geliebten Zeus heiratete. Der höchste Gipfel ist der Kofinas (1231 m), während der minoischen Zeit ein heiliger Ort.

Die Berge sind insgesamt nicht sehr hoch, aber der Zugang zu ihnen ist ziemlich schwierig, da das Gelände mit den vielen Schluchten und Canyons sehr rau ist. Die Hauptmerkmale der Asterousia-Berge sind die warmen Temperaturen, seltene Regenfälle und eine sehr niedrige Vegetation. Die kahlen Berge mit scharfen Felsen und steilen Klippen verleihen dieser Region einen ganz besonderen Charakter!

Die Tripti berge

Der Gebirgszug des Tripti befindet sich in der Präfektur Lassithi im Osten Kretas. Der höchste Gipfel ist der Stavromenos (1476m). Die Berge sind mit wunderschönen Kiefernwäldern bedeckt und bekannt für sehr wilde und unzugängliche Schluchten wie die von Ha und die Mesonas-Schlucht oder die Pefki, Mylonas und die Orino-Schlucht.

Das kleine Sommerdorf Tripti ist nur im Sommer oder am Wochenende bewohnt. Von hier aus beginnt der Aufstieg auf den Stavromenos. Auf der Nordwestseite finden Sie das schöne Dorf Kavousi mit dem in der Nähe gelegenen riesigen Olivenbaum von Azorias, einigen interessanten minoischen Ausgrabungen und vielen schönen alten Eselpfaden.

Mt. Kastro in der Nähe des Dorfes Kavousi